Vier unerschrockene S.A.I.L.ors haben sich gefunden und kurzfristig einen Neujahrssegeltörn verabredet. Der Plan war: am Samstag treffen um 9, ablegen um 10 Uhr, Rückkehr am Sonntagnachmittag bis 15:00 Uhr im Hafen, Ziel flexibel nach der Wetterlage.
Gesagt, getan, so haben wir uns Samstag um 9 Uhr im Laboer Yachthafen getroffen. Unsere KICK befindet sich bereits im Winterschlaf, so dass Karl spontan seine XENIA, eine X-372 von X-Yachts, für den Wintertörn zur Verfügung gestellt hat. Nach dem Klarmachen des Bootes und Verstauen des Gepäcks und Proviants sind wir bei herrlichem Sonnenschein und frostigen Temperaturen Richtung Außenförde bei 2 bis 6 kn NW gestartet.



Zügig wurde das Groß und der Gennaker gesetzt und Kurs Leuchtturm Kiel angelegt. Noch war uns nicht klar was wir als Zielhafen ansteuern wollen. Zur Option standen Marstal, Damp oder Schleimünde/Maasholm.
Die Entwicklung des Wetters mit weiter schwachem Wind und der weiteren Prognose ließ unsere Entscheidung auf Richtung Schlei fallen, was sich als gute Wahl erwies. Im weiteren Verlauf und nach Kurswechsel nahe dem Leuchtturm Kiel haben wir den Gennaker geborgen, die Genua gesetzt und bei 7 kn true Wind dann ca. 4 kn gut Fahrt gemacht.


Zur Mittagszeit wurde ein von Kerstin mitgegebenes Chili warm gemacht und an Deck serviert. Gepaart mit einem heißen Tee hat das uns allen sehr geschmeckt und gutgetan.

Der Wind frischte auf. 10 bis 14 kn Wind und dann 6 bis 7,5 kn Fahrt. Die Sonne verschwand hinter einer dunklen Front aus Richtung Westen, die uns anfänglich leichten Nebel und dann deutlich Schneefall brachte. Auf Kurs Schleimünde hat sich der Schneefall weiter intensiviert, so dass das Deck der XENIA recht schnell bedeckt war. Jetzt war für uns größte Vorsicht beim Arbeiten an Deck angesagt.


Auf Höhe der Ansteuerungstonne Schleimünde haben wir begonnen, die Segel zu bergen und sind danach unter Maschine in die Schlei eingelaufen. Was nun? Die Entscheidung fiel auf Maasholm mit dem Hintergedanken, dort eine warme Dusche zu finden. Klarmachen zum Anlegen. Im Sporthafen angekommen, mussten wir feststellen, dass dieser schon mit einer dünnen Eisdecke bedeckt war. Diese konnten wir zwar aktuell durchfahren, aber anlegen wollten wir so nicht. Wer weiß ob wir nach einer klirrend kalten Nacht dann auch wieder herauskommen? Plan B war der Außensteg am Sportboothafen, wo uns Marlene gekonnt hin manövriert hat. Dort war das Wasser dank einer vorbeiziehenden Strömung eisfrei. Nach dem vertäuen der XENIA und der Entrichtung des Hafengeldes war Teezeit mit Kuchen unter Deck.
Dank der Bord-Heizung war es im Salon inzwischen angenehm temperiert. Am Abend wurde in der „Tonne 15“ lecker gegessen und nach einem Abschlussgetränk an Bord recht schnell die Kojen aufgesucht.
Am nächsten Morgen war die XENIA recht verschneit und vereist, jedoch alles händelbar. Nach einem leckeren Frühstück und fantastischem Sonnenaufgang haben wir um 10 Uhr die XENIA ablegeklar gemacht und unter Maschine bei Windstille den Hafen Maasholm und die Schlei verlassen.




Weiter ging es dann bei strahlendem Sonnenschein zur nordwestlichen Sperrgebietstonne. An der Tonne angekommen, ist der Wind etwas aufgefrischt und wir haben angeluvt und Kurs Laboer Ehrenmal angelegt, im Hintergrund unter Beobachtung der Wasserschutzpolizei auf Patrouillenfahrt.

Im weiteren Verlauf haben wir bei 10 bis 13 kn Wind aus West und 6 bis 7,5 kn Fahrt zügig Stecke gemacht, die Eckernförder Bucht passiert und bald die Kieler Förde erreicht.
Hier erwartete uns ein dichtes Nebelfeld. Die Sicht war unter 10 Meter. Das hat uns zu sehr vorsichtigem Manövrieren mit Ausguck, regelmäßigen Schallsignalen und kontinuierlicher AIS-Beobachtung bewogen.

Mit AIS werden alle entsprechend ausgestatteten Schiffe auf einer elektronischen Seekarte mit Position, Kurs und Geschwindigkeit angezeigt. Dem Fahrwasser sind wir dabei zur Sicherheit ferngeblieben.
Letztendlich haben wir die Einfahrt in die Förde und das Kreuzen des Fahrwassers gut gemeistert und sind wohlbehalten bereits um 14 Uhr in den Gemeindehafen Laboe eingelaufen. Der Nebel ist direkt vor Laboe freundlicherweise aufgeklart. Alles in allem ein traumhaftes Abenteuer mit einer tollen Mannschaft bestehend aus Marlene, Marco, Karl und Dominik. Dieser Törn hat uns in unseren seglerischen Fähigkeiten wieder um einige Erfahrungen reicher gemacht hat.
Text: Dominik
Fotos: Marlene/Karl/Marco
